Lehrlingausbildung ist ein wichtiger Schwerpunkt in Deutschland

, von Bernhard Kutscher

Die berufliche Ausbildung bildet eine wesentliche Grundlage für Wirtschaftswachstum, Wohlstand und sozialen Zusammenhalt in Deutschland. Das deutsche Berufsbildungssystem mit seinen vielfältigen Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bietet breite Karriereperspektiven und garantiert eine hohe Beschäftigungsfähigkeit. Die tragende Rolle der Unternehmen und die enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Sozialpartnern sowie die geringe Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland sind Kennzeichen dieses erfolgreichen Ausbildungsmodells.

Die deutsche Wirtschaft investiert maßgeblich in die duale Berufsausbildung und sicherte so in 2015 wieder mehr als 500.000 neue betriebliche Ausbildungsverträge [1]. Insgesamt befanden sich in dem Jahr 1.34 Mio Auszubildende in einer dualen Ausbildung.

Die Sozialpartner und die Kammern übernehmen neben Bund und Ländern ihre bildungspolitische Verantwortung und sind wesentliche Akteure bei der Gestaltung und Implementierung der dualen Ausbildung in Deutschland [1].
Die duale Ausbildung ist ein System der Berufsausbildung [2]. Die Ausbildung im dualen System erfolgt an zwei Lernorten, dem Unternehmen/Betrieb und der Berufsschule. Die Person in der dualen Ausbildung wird als „Azubi“ (Auszubildender) oder als Lehrling bezeichnet. Voraussetzung für eine Berufsausbildung im dualen System ist in Deutschland ein Berufsausbildungsvertrag. Der praktische Teil der Ausbildung wird den Auszubildenden in den Betrieben vermittelt, den theoretischen Teil übernimmt die Berufsschule.

Bei Besuch einer berufsbildenden Schule (Schule mit Berufsabschluss) ist die duale Ausbildung durch den allgemeinbildend/theoretischen Unterricht und den praktischen Werkstattunterricht sichergestellt. Grundlage für die betriebliche Ausbildung ist die jeweilige Ausbildungsordnung des Berufes [3].

Ausbildungsschwerpunkte sind:
• Vermittlung von fachlichen Fähigkeiten, Kenntnissen und Fertigkeiten. Die sog. „berufliche Handlungsfähigkeit“. Dieses ergibt sich inhaltlich aus der Ausbildungsordnung für jeden Beruf
• Ermöglichen erster Berufserfahrung

Die Ausbildung in den Betrieben findet an drei bis vier Tagen pro Woche statt, an ein bis zwei Tagen werden Berufsschultage angeboten. Alternativ wird auch sogenannter Blockunterricht durchgeführt. Das bedeutet, dass der Auszubildende bzw. Lehrling für bis zu acht Wochen am Stück vollständig nur in der Schule ist. Die Ausbildung in der Berufsschule unterliegt den Schulaufsichtsbehörden der Bundesländer.
Generelle Aufgabenschwerpunkte der Berufsschulen sind:
• die Vermittlung von theoretischen Fachkenntnissen
• die Vertiefung der Allgemeinbildung
• und die Verleihung von Laufbahnberechtigungen (Bildungsabschlüsse).

Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung, in der die zu Prüfenden ihre berufliche Handlungskompetenz nachweisen müssen. Im Handwerk heißt die Abschlussprüfung traditionell Gesellenprüfung. Die Prüfungen sind von den zuständigen Stellen, in der gewerblichen Wirtschaft von den Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern(IHKs), zu organisieren.

Die schriftlichen IHK-Zwischen- und Abschlussprüfungen sind bundesweit einheitlich, d. h. sie werden gleichzeitig und mit für den jeweiligen Beruf identischen Aufgabensätzen durchgeführt. Wesentlicher Vorteil der einzigartigen zentralen IHK-Prüfungen ist, dass alle Auszubildenden eines Berufes bundesweit mit den gleichen Aufgaben geprüft werden.

Mit bestandener Prüfung bekommt der „ehemalige“ Auszubildende drei Zeugnisse:
• Zeugnis des Ausbildungsbetriebes
• Berufsschulzeugnis
• Abschlusszeugnis bzw. Gesellen- oder Facharbeiterbrief.

Die Ausbildung eines Feinwerkmechanikers hat eine Dauer von 3.5 Jahren (3).


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Hanau wirtschafrs-bericht.
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Material technik in hanau zuhause 2017.
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Metropolregion Frankfurtrheinmain und Hessen.

Anmerkungen

[1BMBF Berchem-Sainte-Agathe 2016

[2Als duales Studium wird in Anlehnung an das duale Ausbildungssystem ein Hochschulstudium mit fest integrierten Praxiseinsätzen in Unternehmen bezeichnet. Von „klassischen“ Studiengängen unterscheidet es sich durch einen höheren Praxisbezug, der abhängig von Studiengang und Hochschule variiert.

[3Die Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen regelt die Details der Ausbildung auf 151 Seiten.