Französisch Ist die Zukunft

, von Françoise ScutcaBernhard Kutscher

Frankreich und Deutschland sind der Kern der EU 2017. Ohne die beiden geht es nicht, sie sind Motor und Magnet. Also müssen Franzosen Deutsch und Deutsch Französisch können. Es geht dabei um nicht weniger als ein neues europäisches Selbstbewusstsein.



Französisch Ist die Zukunft
Von Florentine Fritzen
"Franffurter Allgemeine" 21 mai 2017


Die Kinder Schmettern « Hed and schoulders, knees and toes ». Beim Singen zeigen sie auf Kopt, Schultern, Knie und Zehenund sind dabei so begeistert, wie zs nur Siebenjährige können. Englischunterricht, zweite Klasse. Super: Fast alle Kinder lernen heute schon in der Gundeschule eine Fremdsprache kennen. Allerdings fast immer dieselbe: Englisch. Esstand im vergangenen Jahr bei 1,7 Millionen Grundschülern auf dem Strundenplan. Französisch hatten nur 100 000, von denen bloBein Zehntel nicht in einem der Grenzländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz and Saarland wohnte. Die moisten anderen bekommen Französisch später alszweite Fremdsprache. Entsprechend anders lernen sie es : weniger Geschmetter, mehr Grammatik. In der Oberstufe wählen es viele wieder ab.


Das muss sich ändern, den Französisch ist nach dem Brexit wichtiger den je, für uns Deutsche und für uns Europäer. Frankreich und Deutschland sind der Kern der EU 2017. Ohne die beiden geht es nicht, sie sind Motor und Magnet. Also müssen Franzosen Deutsch und Deutsch Französisch können. Es geht dabei um nicht weniger als ein neues europäisches Selbstbewusstsein.

Emmanuel Macron hat das erkannt. Bei seinem Antrittsbesuch bei Bundeskanzlerin Merkel in Berlin kündigte der neue Französisch Präsident an, die zweisprachigen Klassen in seinem Land wieder einzuführen; sein Vorgäger Hollande hatte sie abgeschafft. Auch in Deutschland gibt es zweisprachige Klassen. Deren Schüler haben nicht nur besonders viel Französisch, sondern auch mindestens ein Sachfach, das der Lehrer auf Französisch unterrichtet, zum Beispiel Geschichte oder Biologie. Das nutzt dem Verständnis der Kultur, hilft aber auch ganz praktisch später im Arbeitsleben. Dass jetzt Macron an der Spitze des Nachbarlandes steht, beflügelt die Leute in den deutschen Expertenkommissionen, die zusammen mit französischen Kollegen das “Francoallemand” stärken wollen, also den Kultur-und Sprachaustausch. In der Verwaltung will man “das derzeitige Momentum nutzen”, um Französisch an deutschen Schulen zu promoten. Aber selbst wenn Marine Le Pen die Wahl gewonnen hätte, wäre das Werben furs Französischlernen richtig. Um die europâische Idee zu stärken, von der Job in Brüssel anstreben, wo man ohnchin traditionell viel Französisch spricht und künftig vielleicht noch mehr – Kommissionspräsident Juncker jedenfalls redet seit dem Brexit im Parlament nicht mehr Englisch, sondern hall Französisch, halb Deutsch. Aber es gibt ja nicht nur Jobs in der EU-Verwaltung, sondern vor allem in Unternehmen. Die engere Zusammenarbeit auf politischer Ebene wird mehr wirtschaftlichen Austausch zur Folge haben.

Deshalb ist auch der Blick auf die Berufsschulen zentral, an denen erschreckend wenig Französisch gelehrt wird. Nur 70 000 Berufsschüler lernten e sim vorigen Jahr; zwanzigmal so viele hatten Englisch und immerhin fast doppelt so viele Spanisch. Das sollte nicht so bleiben. Am besten, aber schwer durchzusetzen wäre eine Änderungim Lehrplan. Solange das nicht geht, müssen Lehrer und Schüler mit mehr Französisch-An-geboten bombardiert warden.

Es geht nicht darum, das Englische zurückzudrängen oder einzuschränken; das gringe auch gar nicht: zu viele Texte, Filme, Lieder in der Sprache der Briten, Amerikaner und Weltbürger. Das Gute an der Mehrsprachigkeit ist aber, dass es nicht um ein Entwederoder geht. Wohl aber um Wahlmöglichkeiten, und da muss das Französische deutlich gestärkt warden: bei den Jüngsten, damit sie die Sprache früh aufsaugen und lieben lernen. Bei den Mittleren, von denen in der Sekundarstufe I seit Jahren ungefähr gleich viele Schüler Französisch Iernten, aber oft ohne Freude. Es gilt als schwiering und bekommt immer mehr Konkurrenz durch Spanisch, Russisch, Chinesisch. Deshalb lassen es viele wieder fallen, sobald sie können.

Es gilt also, das an den allgemeinbildenden Schulen durchaus reiche Angebot an Programmen, wettbewerben, Zertifikaten, Absclüssen mit mehr Leben zu füllen, das Image des Französischen aufzupolieren. Schulen, Politikier und Eltern können das vermitteln. Argumente gibt es je nach Schülertyp genug: Französisch zu können steht für die wieder aufkeimende europäische Idee, die freie Welt, das frei Denken. Its also was für Leute, die mit daran arbeiten wollen, die derzeitigen dumpfen politischen Strömungen in Europa und Amerika wieder versickern zu lassen. Französisch steht aber auch für Ehrgeiz, für gute, gutbezahlte Jobs. Und sogar die Welt retten kann man damit. SchlieBlich sprechen die Menschen in sehr vielen…